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  • Isabell

Freiheit und Liebe

Gedankenanstöße und Inspirationen über Freiheit und Liebe und ob es nicht beides braucht im Leben.



Erich Fromm schreibt in seinem Buch "Die Kunst des Liebens":

"Liebe ist das Kind der Freiheit, niemals die Beherrschung." Erich Fromm

Liebe und Freiheit. Ist es wirklich so, dass Liebe das Kind der Freiheit ist? Oder bedingen sich Liebe und Freiheit nicht einander? Ich drehe Dinge gerne um, so wie im Yoga der Kopfstand: Sirshasana genannt. Er soll das kreative Denken anregen. Ich übe den Kopfstand und stelle die Frage auf den Kopf:

Braucht es die Freiheit für die Liebe?

Für mich bedeutet Freiheit Leben. Oder anders ausgedrückt: Ich brauche zum Leben die Freiheit. Freiheit ist für mich wie es der Vordenker der Aufklärung, Jean-Jacques Rousseau, ausdrückte:

"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will." Jean-Jacques Rousseau

Als vernünftiges und braves Kind der Vergangenheit ist mir nun als erwachsene Frau der Gegenwart die Freiheit lieb und teuer. Doch macht die Freiheit nicht auch Angst? Michael Lukas Moeller, deutscher Psychotherapeut, stellt sich dieser Frage in seinem Buch "Die Liebe ist das Kind der Freiheit". " [...] Sich wechselseitig freilassen und doch auf die Bindung vertrauen? Dazu fühlen wir uns zu unsicher. Wir unterstellen lieber, Bindung sei wechselseitiger Besitz. In kurzer Zeit ersticken wir so die Liebe. Dass Freiheit nicht Unverbindlichkeit heißt, kommt vielen nicht in den Sinn. Dass sie die Bindung vertieft, klingt unglaubwürdig... Und doch wissen wir alle, dass sich Gefühle nicht erzwingen lassen."

Viele inspirierende Ansätze in diesen Sätzen. Freiheit und Vertrauen, Besitz und Verbindlichkeit, Tiefe und Gefühle.

Ich denke an die Natur. Hätten Pflanzen keine Freiheit so zu gedeihen wie sie "wollen"; bekämen sie keine Luft zum "atmen" oder Raum zum "wachsen", würden sie nicht lange die wunderschöne natürliche Landschaft bilden und gestalten, die uns Menschen so gut tut. Gleichzeitig gibt es natürlich die Verbindlichkeit mit Licht und Wasser, ohne diese sie nicht gedeihen können.

"Die Freiheit ist ein Kind der Liebe." Gerald Hüther

Gerald Hüther, Neurobiologe, nennt sein Buch "Die Freiheit ist ein Kind der Liebe" und stellt somit Moellers Betrachtung auch auf den Kopf. Hüther schreibt:

"Und die Beduinen, die gegenwärtig noch in der Sahelzone umherziehen, werden unter Freiheit und Liebe etwas anderes verstehen als die Inuit in Grönland oder die Aborigines in Australien..."

Ja, so ist es wohl auch. Wir Menschen benützen Wörter und versuchen Begriffe wie Liebe und Freiheit zu beschreiben, deren Inhalt einerseits immer individuell bleibt und sich wohl auch nie verallgemeinern lassen wird.

Für mich beinhalten Liebe als auch Freiheit Gefühle. Und Gefühle sind für mich das, was in mir ist, aufgrund von dem was ich draußen in der Welt in mir wahrnehme - mit all meinen Sinnesorganen. Schaue ich meiner kleinen Nichte in die Augen, so spüre ich Wärme im Herzen. Streichelt mich die Hand eines mir liebgewonnenen Menschen, so spüre ich Zärtlichkeit.

Praktizieren ich Yoga, so so spüre ich Halt.

Umarmt mich mein Partner, so spüre ich Vertrauen. Lausche ich den achtsam gewählten Worten einer Freundin, so spüre ich Offenheit. Werde ich von der Natur in ihrer Echtheit berührt, so spüre ich tiefe Verbundenheit.

Alles passiert ohne ein "um zu". Frei.

"Wer die Liebe hochhält, handelt, hat aber keine Absichten." Laotse

Vielleicht ist Lieben ein Spiel. Ein Spiel, das passiert ohne Absicht, Kontrolle oder Zweck. Moeller erwähnt im Buch, dass die Liebe das Leben erkennt. Ich erkenne oft aber auch in der Freiheit das Leben. Bin ich weit weg von all meinen Gedanken im Alltag so erkenne und spüre ich ganz genau, was mir gut tut und was nicht. Nach was oder wen ich mich sehne. Was mich ausmacht. Ich kann selbst sein. Abgelegt sind meine innere und äußere Unfreiheit, das Sich-anpassen. Und jedes Mal mehr nehme ich diese Erfahrungen (vor allem aus den Bergen) mit ins Leben zurück. Denn es obliegt letzten Endes uns welche inneren und äußeren Lebensbedingungen wir uns erschaffen. Moeller nennt das auch die "Arbeit für die Liebe". Und für die Liebe arbeite ich gerne.


Vielleicht ist das Geheimnis der Liebe als auch der Freiheit das Leben selbst. Und das können und dürfen wir gestalten. Mit einem Hauch von Vertrauen, dass es gut ist so wie wir es brauchen und vorallem spüren.


In diesem Sinne: Lasst uns kreativ und bunt das Leben leben. Lieben. Frei sein.

Und unsere Herzen einander öffnen.


In Sinnlichkeit,

Isabell


 

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