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Langsam leben lernen

Zum Kalenderprojekt "Gemeinsam träumen" mit Verena Hirzenberger die März Inspiration: Leben heißt, langsam geboren werden.


Wenn es nicht schneller geht, dürfen wir wieder lernen langsam zu leben. Wenn sich die Dinge ändern, dürfen wir wieder lernen anders aber bewusster zu leben.

Wir sind da. Hier. Jetzt. Wir leben. Mit allem was da ist.

Bewusst und langsam genug?


Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry versucht mit seinem Zitat "Leben heißt, langsam geboren werden." uns wörtlich zu berühren; passend zum Frühling. Und gerade an Tagen, an denen nicht mehr alles schnell gehen wird, aber es trotzdem gehen wird, nur anders und womöglich auch langsamer.


Wir werden geboren, sind auf der Welt. Wachsen und leben in einem System, das uns vorgelebt wird, mit. Die einen mehr, die anderen weniger nach Regeln, Vorschriften und Vorbildern. Manche stellen sich bei Zeiten der Frage

"Lebe ich so wie ich eigentlich will?" oder "Ist das das Leben, das ich will?"

Eine berechtigt und für manche auch wichtige Frage. Antworten darauf findet man viele, in unterschiedlichsten Ratgebern und Büchern. Doch die eigene Antwort, die für einen selbst passt, die wird man womöglich auch nur in sich finden können.

Fragen, die aufkommen, denen darf und soll man sich auch von Zeit zu Zeit stellen. Direkt oder indirekt. Mit sich alleine im Gespräch oder auch mit anderen.

Fragen wie etwa: Wachsen und leben wir in einem Tempo, das uns gerecht ist? Hören wir nicht gerade von älteren Menschen, mit mehr Lebenserfahrung, oft "Ach hätte ich doch öfter...". Und warum nehmen wir uns diese Zeit nicht öfter und früher als weniger und später?

Weil wir oft Dinge vorziehen, von denen wir zumindest glauben, sie seien wichtiger. Berufliche Projekte und Termine, Arbeitszeitmodelle oder auch eigene aufgezwängte und verstrickte Muster lassen oft das Lenkrad im eigenen Leben steuern. Aber wenn wir einen Moment inne halten, dann sehen wir vielleicht, dass wir auch selbst lenken können. Fremdgesteuert sein kann zwar bequem sein aber auch den großen Nachteil bringen, nicht in die eigene passende Richtung zu fahren. Oder es geht so weit, bis irgendwann nur mehr der Kopf lenkt und vielleicht die Straße, auf der man fährt, nicht mehr fahrbar wird. Und dann heißt es: Aussteigen und zu Fuß gehen. Schritt für Schritt, Fuß vor Fuß. Hier sein im Jetzt und in Abstimmung mit seinem Körper.

Und dabei wird alles langsamer. Man kommt nur im eigenen Tempo voran und nimmt dabei mehr wahr, als wenn man vorbei fährt, vorbei rast oder gar vorbei fliegt. Zudem hat man nun Selbstverantwortung wohin man geht und tut dies selbst durch und mit seinem Körper.


Ist es denn so schlimm, wenn es mal nicht mehr so schnell geht und man die Dinge dafür bewusster macht? Sei es das Mittagessen kochen, ein Spaziergang von zuhause weg um Sonne zu tanken oder mal wieder ein Buch lesen statt ins Kino zu gehen. Oder auch Gespräche mit Menschen, die einem wirklich wichtig sind, zu führen statt die vielen kurzen Smalltalks, die doch oft ermüden und nicht berühren.


Die eigenen Sinne werden wieder geschult:

Schmecken, welche Zutaten gebe ich ins Essen. Riechen, wie gart das Gekochte. Hören, wie jetzt im Frühling die Vögel zwitschern. Sehen, wie die Bienen nun langsam raus kommen und von Blüte zu Blüte fliegen. Tasten, wie man Seite zu Seite im Buch umblättert.

Und fühlen, was da ist und nicht wie es sein soll. Denn es ist wie es ist. Jetzt. Hier.

Lasst die Tage, die kommen das Gefühl "Es wird anders und langsamer gehen" mit Antoine de Saint-Exupéry mutig, kreativ und bereichernd entgegen gehen. Denn wir werden täglich geboren und dürfen uns dabei mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben lassen, welche diese auch immer sind.


Dazu inspirierende Worte eines indischen Philosophen, Jiddu Krishnamurti:


"You may be rich, you may have all kinds of faculties, you may be a specialist, a great scientist or a businessman/woman, but at the end of your life has all that been a waste? All the travail, all the sorrow, all the tremendous anxiety, insecurity, the foolish illusions that man/woman has collected, all his/her gods, all his/her saints and so on - have all that been a waste? You may have power, position, but at the end of it - what? Please, this is a serious question that you must ask yourself. Another cannot answer this question for you."

Sinnliche Grüße,

Isabell

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