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  • Isabell

Wenn der Sturm weht...

Zum Kalenderprojekt "Gemeinsam träumen" mit Verena Hirzenberger die Mai Inspiration: Über Stürme und die Angst, umhüllt mit Mut und Vertrauen.

Der Sturm weht, das Boot schaukelt und alle die im Wasser auf ihren Booten sind, wackeln mit, ob man will oder nicht. Was tun? Versuchen das Gleichgewicht zu behalten, sich an anderen festhalten, wenn man nicht alleine ist oder gar von Bord hüpfen mit der Sehnsucht es wird im Wasser besser um an Land schwimmen zu können? Alles Möglichkeiten, die Frage stellt sich wohin und was man will.


Beginnen wir beim Sturm. Was macht ihn so unangenehm? Die Veränderung, der Wandel den er mit sich bringt und vielleicht auch ein Gefühl von Nicht-wissen-was-als-nächstes-passiert. Alles Dinge, die besonders wenn der Sturm nicht geplant in der Wetterprognose zu wehen und stürmen beginnt, uns als Mensch vor eine Herausforderung stellt: Wie gehe ich jetzt damit um? Was brauche ich jetzt um sicher zu sein? Ein Sprichwort aus China besagt:

"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."

"Windmühle, ein technisches Bauwerk, das mit seinen vom Wind in Drehung versetzten Flügeln Arbeit verrichtet" schreibt Wikipedia. Man nützt den Wind als Kraft um etwas zu tun; wandelt Energie um. Auch wenn es technisch erklärt wird, so kann man als Mensch durchaus etwas lernen davon. Vivian Dittmar schreibt in ihrem Buch "Gefühle & Emotionen":

"Jedes Gefühl ist eine Kraft, die gezielt eingesetzt werden möchte, wenn sie gebraucht wird."

Und was kommt auf, wenn sich etwas verändert und wir nicht wissen wohin es geht? Angst. Davonlaufen - Flucht. Kämpfen - Angriff. Oder: Einfrieren und wie gelähmt sein. "Angst bedeutet Grenze, Angst bedeutet Einschränkung, Angst bedeutet nicht mehr weiter zu wissen." Und "Angst, das ist ein Gefühl, das selten erwünscht ist", so Vivian Dittmar. Um nun das türkisfarbene Boot im Sinnbild zu diesem Blog zu streifen zitiere ich den amerikanischen Autor John Augustus Shedd: "Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch dafür werden Schiffe nicht gebaut." Ein klare Aussage die er in einem Buch tätigte und die sicher eines beinhaltet: Wir Menschen dürfen lernen mit der Angst umzugehen. Kreativ um nicht gelähmt zu sein von ihr oder gar vor ihr zu flüchten, sondern aus ihr zu schöpfen. Auch wenn es Ungewissheit und Unbekanntes mit sich bringt, weil es ein Sich-stellen dazu braucht. Aber mit Mut und der Bereitschaft der Angst in die Augen zu sehen öffnen sich neue Häfen oder womöglich auch neue Inseln. Dazu passt blendend Pippi Langstrumpf. In der Kinderbuch-Reihe von Astrid Lindgren sagt das kleine Mädchen mit den roten Zöpfen und Sommersprossen im Gesicht ganz selbstsicher als ihre Freunde Tommy und Annika meinen

"Der Sturm wird immer stärker" "Macht nichts. Ich auch."

Mehr Zuspruch braucht es wohl nicht. Oder doch? Erleben wir nicht alle die stürmischen Zeiten unterschiedlich, jeder in seiner Welt mit seinen Erfahrungen, Prägungen und auch Sinneswahrnehmungen. Manchmal sehr salopp formuliert heißt es schnell (gut gemeint) "Wir sitzen jetzt alle im selben Boot." Wirklich? Christine Hoffmann, Arbeitspsychologin, Coach und Yogalehrerin in Wien, schreibt berührend über die aktuelle Situation aufgrund Covid-19 "Ich kann der Metapher nur insofern zustimmen, dass wir alle denselben Sturm durchsegeln, doch wir bewegen uns in gänzlich unterschiedlichen Booten. Während manche gemütlich auf ihrer Yacht herumschippern, haben andere den Eindruck auf ihrer kaputten Luftmatratze gegen das Ertrinken anzukämpfen.

In diesem Sinne lade ich euch ein, verständnisvoll mit euch selbst und anderen zu sein."

Ob der eine im türkisfarbenen Boot, die andere auf der rosafarbenen Yacht sitzt, das Erlebte ist immer persönlich und individuell. Und für ein Nah-sein mit dem Gegenüber ist ein Verständnis wertvoll, selbst wenn man es anders erlebt(e). Mitgefühl spielt hier eine herzvolle Rolle und kann "Narben" im Boot heilen lassen, selbst wenn man sie später noch sehen kann.

Was dabei jeder für sich tun kann, in Zeiten wenn der Sturm weht, die Angst in die Hand zu nehmen und neues Territorium zu erkunden. Mit den Worten von Margarete Drabble, britische Schriftstellerin, möchte ich ermutigen: "Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich."


Sinnliche Grüße mit einem Löffel voll Mut und Magie,

Isabell


Herzenstipp - Zur Website von Christine Hoffman https://www.christinehoffmann.at/ "Die affektive Präsenz von Covid-19" https://www.christinehoffmann.at/die-affektive-praesenz-von-covid-19/

Buchtipps

- "Gefühle & Emotionen" von Vivian Dittmar https://viviandittmar.net/buecher/gefuehle-und-emotionen/

- "The Invisible Lion" von Benjamin Fry https://www.theinvisiblelion.com/

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